GESmed Preis 2025
An der Medizinischen Fakultät wurde erstmals der Aachener Preis für geschlechterspezifische Forschung in der Medizin (GESmed) vergeben. Das interdisziplinäre Auswahlgremium, bestehend aus Mitgliedern der Forschungskommission, der Kommission für Chancengerechtigkeit und der bereits seit 2010 an der Fakultät aktiven AG Geschlechtersensible Medizin haben sich im Rahmen der ersten Ausschreibung dafür entschieden den mit 3000€ dotierten Preis unter zwei Beiträgen aufzuteilen:
Dr. Chiara Gramegna (Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik): Modulating interhemispheric prefrontal dynamics of aggressive behavior: Sex differences and the association with personal disposition
Die Ergebnisse der Arbeit liefern neue Erkenntnisse über die Gehirnmechanismen, die Aggressivität regulieren, ihre geschlechtsspezifischen Unterschiede und ihren Zusammenhang mit dispositionellen aggressiven Tendenzen. Damit unterstreicht sie die Notwendigkeit einer geschlechtsbewussten Gestaltung von hirnbezogenen Interventionen und Verhaltensmedizin.
Dr. Leonie Tix (Institut für Versuchstierkunde): Does Sex Matter in Liver Surgery? Comparison of Severity Assessments between Female and Male Rats after Partial Hepatectomy
Bislang wurden in der präklinischen Leberforschung fast ausschließlich männliche Tiere eingesetzt, obwohl Lebererkrankungen Männer wie Frauen betreffen. Die eingereichte Arbeit leistet einen originären Beitrag, indem sie Geschlecht konsequent als biologische Variable in einem chirurgisch-tierexperimentellen Modell adressiert — und damit nicht nur typische Geschlechtsunterschiede, sondern auch ihre Relevanz für die Translation in die klinische Praxis aufzeigt.
Im Rahmen der Fakultätsratssitzung am 01.12.2025 wurde der Preis durch den Prodekan für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs und Chancengerechtigkeit Professor Mathias Hornef feierlich vergeben. Wir möchten den Preisträgerinnen herzlich zu diesem Erfolg gratulieren.